Digitalisierung in der Pflege – eine Chance für Pflegeeinrichtungen

Fachkräftemangel – Was tun? Mit dieser Frage besuchte die Landtagsabgeordnete der Grünen, Rosi Steinberger, das Mehrgenerationenhaus der AWO in Landshut. Dort traf sie den Vorstand des Kreisverbands Landshut, Georg Thurner und den Geschäftsleiter, Philipp Buchta.

Das Haus verfolgt einen generationenübergreifenden Ansatz und bietet eine Fülle von Angeboten und Dienstleistungen von der Kinderbetreuung bis zur Altenpflege. „Als Arbeitgeber sind wir offensichtlich attraktiv, weil wir keine Probleme haben, offene Stellen in der Pflege zu besetzen,“ umreißt Georg Thurner die Situation der AWO. Um Fachkräfte zu gewinnen, setzt die AWO auf ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Arbeitnehmer*innen. „Wir fragen was brauchts Du? Was willst Du?“ So könne dann die Arbeit auch entsprechend organisiert werden. Als Beispiel nannte Thurner die Digitalisierung im Pflegebereich. Hier bestand der Wunsch der Pflegenden, durch eine Form der Spracheingabe die lästige Schreibarbeit zu minimieren. Die Pflegenden haben so mehr Zeit für die Pflegebedürftigen und die Digitalisierung wurde schnell und reibungslos umgesetzt.  „Dieses Modell sollte Schule machen“, so Steinberger. „Wir brauchen die Pflegenden am Menschen und nicht am Schreibtisch.“ 

Auch im Bereich der Kinderbetreuung soll die Digitalisierung Einzug halten. Etwa bei der morgendlichen Dokumentation der Anwesenheit. „Das würde die Einrichtungsleitungen deutlich entlasten“, so Buchta. Daneben werden Nachwuchskräfte gut angeleitet, um ihnen Unterstützung und Sicherheit zu geben und Ihre Kompetenz zu entwickeln. Einrichtungsleitungen werden professionell begleitet. „Zwischen Eltern, Kindern, Erzieher*innen und Büroarbeit haben sie einen stressigen Job zu meistern. Wir unterstützen sie mit Trainee-Programmen, Fachberatung, Coaching und Vernetzen mit anderen Leitungen, “ erklärt Philipp Buchta. Bisher konnten so alle Stellen besetzt werden. Doch Buchta warnt: „Mit der Ausweitung der Schulbetreuung und der beginnenden Verrentungswelle wird der Fachkräfteschlüssel in Zukunft schwer zu halten sein.“ Potential sieht Buchta in der vermehrten Ausbildung und Einstellung von pädagogischen Assistenzkräften. „Wir setzen Assistenzkräfte offensiv ein und haben damit gute Erfahrungen gemacht.“  

Natürlich fragte die Landtagsabgeordnete auch nach den Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine. „Die Zeit der billigen Energie ist vorbei und auch wir suchen nach Einsparpotentialen,“ erklärt Thurner. „Wir haben unseren Fuhrpark schon zu 50% auf E-Mobilität umgestellt.“ Nach der Erweiterung des Hauses soll dann der benötigte Strom mit einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugt werden. Eine Planung für kommendes Jahr ist schwierig. Hier hofft man auf eine Energiepreisbremse für soziale Einrichtungen, um die Auswirkungen auf die betreuten Kinder und Senioren gering zu halten.  

Auf dem Bild v.l.n.r.: Georg Thurner, Vorstand des AWO Kreisverbandes Landshut, MdL Rosi Steinberger, Geschäftsführer Philipp Buchta.



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