01.08.2019

Denkmaltour mit Dr. Sabine Weigand in Bogen

Die Denkmalschutztour von Dr. Sabine Weigand, Sprecherin für Denkmalschutz der Grünen Landtagsfraktion, führte sie auch nach Bogen. Zusammen mit Rosi Steinberger besichtigte sie dort einige denkmalgeschützte Gebäude.

Am Gasthof Adler, dem Ausgangspunkt der Tour durch Bogen wurden die Konfliktlinien sehr schnell sichtbar. Der Eigentümer Werner Länger stellte sein Konzept zur Bebauung des Grundstücks vor, das seniorengerechte Wohnungen und eine Tiefgarage vorsieht. Im ehemaligen Gasthaus sieht er insofern eine Belastung, als er keinerlei Sicherheit bzgl. der Vermietung habe und er für den Erhalt des Gasthauses zusätzliche teuere Sicherungsmaßnahmen beim Bau der Tiefgarage in Kauf nehmen müsse. Allerdings betonte er stets, dass er mit dem Anwesen keinen Gewinn machen wolle, jedoch auch nicht „draufzahlen“ möchte.

Kreisbaumeister Anton Stauber als Vertreter der unteren Denkmalschutzbehörde hielt dagegen, dass man sich von Seiten des Denkmalschutzes schon sehr stark bewegt habe. So sei der Teilabriss des hinteren Gebäudeteils genehmigt worden.

Bei der Besichtigung der Innenräume wurde schnell deutlich, dass eine Weiternutzung der Räumlichkeiten als Gaststätte an dieser zentralen Stelle vielversprechend sein kann. Auch ein Ausbau der Kellerräume, z.B. als Weinkeller, scheint möglich.

Während der Besichtigung zeigte sich in vielen Einzelgesprächen, dass Kompromisslinien vorhanden sind. Eine auf mehrere Jahre ausgedehnte Anmietung der Räume durch die Kommune könnte eine solche Möglichkeit sein.

Sabine Weigand betonte stets, dass der Denkmalschutzgesetz von den Bürgern und den Institutionen im Freistaat verlangt, Denkmale zu erhalten. Hier gelte der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“.

Der zweite Teil des Besuchs führte zum Kloster Oberalteich. Dabei handelt es sich um einen großen Gebäudetrakt, der im Rahmen der Säkularisierung aus dem Besitz der Kirche genommen wurde. Heute sind unterschiedliche Nutzungen und unterschiedliche Eigentümer vorhanden. Ein Teil des Gebäudes ist in kommunaler Nutzung als Kulturzentrum, ein anderer nach wie vor in kirchlichem Besitz, ein weiterer wird als Wohnraum genutzt. Der Klostergasthof ist nur an an drei Tagen in der Woche abends sowie sonntags ganztags geöffnet. Über dem Gasthof befinden sich Räume und ein Saal mit renovierten repräsentativen Stuckornamenten im Barockstil, die derzeit überhaupt nicht genutzt werden.

Die Nutzung als „Haus der bayerischen Geschichte“ in der Heimatstadt der bayerischen Raute scheiterte trotz intensiver Bemühungen der Stadt Bogen. Der Bürgermeister sieht sich an dieser Stelle vom Freistaat verschaukelt, denn es seien ihm „gute Chancen“ in Aussicht gestellt worden. Er könne sich jetzt vorstellen, das Gebäude sowie einen zusätzlichen Neubau als gemeinsames Archiv für den gesamten Landkreis zu nutzen, incl. des dazugehörigen Fachpersonals. Diese Einschätzung führte zu großem Widerspruch bei den anwesenden Kreisheimatpflegern und Sabine Weigand, da Urkunden in den jeweiligen Gemeinden archiviert sein müssten.

zurück

URL:http://rosi-steinberger.de/start/expand/723787/nc/1/dn/1/